Ganns vielleicht wichtigster Begriff heißt Squaring — „ins Quadrat setzen". Die Idee: Wenn die durchlaufene Preisspanne und die verstrichene Zeit zahlenmäßig ins Gleichgewicht kommen, häufen sich Wendepunkte. Hier bringen Sie beide selbst zur Deckung.
Stellen Sie sich eine Bewegung vor, die 100 Punkte weit lief. Gann misst nun nicht nur die Strecke, sondern auch die Zeit: Wie viele Einheiten — Tage, Wochen, Balken — hat der Markt dafür gebraucht? Wenn die Zahl der Zeiteinheiten der Größe der Preisspanne entspricht, ist „Preis und Zeit im Quadrat". An solchen Punkten, so Gann, kippt die Bewegung besonders oft.
Die Spanne steht fest: 100 Einheiten (linker Balken). Schieben Sie die Zeit nach rechts und beobachten Sie die 1×1-Linie. Sobald ihre Höhe die Spanne erreicht, sind Preis und Zeit im Quadrat — der Moment erhöhter Wende-Wahrscheinlichkeit.
Gann „quadrierte" nicht nur Spannen. Dieselbe Logik lässt sich auf verschiedene Bezugspunkte anwenden — alle fragen: Wann holt die Zeit den Preis ein (oder umgekehrt)?
R Zeiteinheiten vergangen sind. Spanne und Dauer treffen sich." data-en="The example above: a move of R points counts as „ripe" when R time units have passed since the start. Range and duration meet.">Das Beispiel oben: Eine Bewegung von R Punkten gilt als „reif", wenn seit dem Start R Zeiteinheiten vergangen sind. Spanne und Dauer treffen sich.
Statt der Spanne nimmt man den Preiswert eines markanten Hochs oder Tiefs als Zahl und zählt ebenso viele Zeiteinheiten ab. Der so erreichte Zeitpunkt gilt als sensibel.
Gann beachtete besonders die Zeit nach einem Hoch: Erreicht die fallende 1×1 vom Hoch die Höhe der vorigen Spanne, ist auch das ein „Quadrat" — oft nahe einem Boden.
Preis-Zeit-Skala — dieselbe Bewegung kann auf einer anderen Skala ganz anders „quadrieren". Squaring liefert Kandidaten für Wenden, keine Gewissheit. Bestätigung kommt aus dem Kursverhalten am Punkt selbst." data-en="Whether „1 point = 1 day" fits depends on the market. The 1×1 is only as good as the chosen price-time scale — the same move can „square" quite differently on another scale. Squaring delivers candidates for reversals, not certainty. Confirmation comes from price behaviour at the point itself.">Ob „1 Punkt = 1 Tag" passt, hängt vom Markt ab. Die 1×1 ist nur so gut wie die gewählte Preis-Zeit-Skala — dieselbe Bewegung kann auf einer anderen Skala ganz anders „quadrieren". Squaring liefert Kandidaten für Wenden, keine Gewissheit. Bestätigung kommt aus dem Kursverhalten am Punkt selbst.
Squaring ist das Fundament für Winkel, Rad und Zyklen — alles, was folgt, ist eine Spielart davon.
Preis und Zeit werden in dieselbe Zahl übersetzt. Erst dann lassen sie sich vergleichen — und „quadrieren".
Die 45°-Linie ist der Umrechner zwischen den Achsen. Wo sie die Spanne einholt, liegt das Quadrat.
Ein Quadrat markiert einen sensiblen Punkt — mehr nicht. Der Markt muss die Wende bestätigen.